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Gose Leipzig  Geschichte der Gose (Zeittafel, Kurzfassung)

Die Geschichte der Gose, dem Leipziger Nationalgetränk, mit besonderem Bezug zur Stadt Leipzig wurde erstmals ausführlich in dem Buch „Gose-Häppchen“ beschrieben. Im Jahre 2005 erschien das erste umfangreiche Buch zur Gose, „Das Buch Gose“ (Die sog. „Gose-Bibel“, Autor Bernd Weinkauf, Herausgeber: Dr. H. Hennebach). Diese Bücher sind in der „Gosenschenke Ohne Bedenken“ (auf Wunsch signiert) zu kaufen.

980 bis 1000
Kaiser Otto III. läßt das „Goslarisch Bier“, die Gose, erstmals in Goslar brauen. Man nahm das Wasser des Harzflüßchens Gose.

1375
In Anhalt-Zerbst bestätigt Fürst Johann I. die Brauerei-Innung und erläßt ein sehr frühes Gebot zur Reinheit der Gose.

1712
Fürst Leopold von Anhalt-Dessau (der „Alte Dessauer“) läßt auf seiner Domäne Glauzig (bei Köthen) die sog. „Gludsche Gose“ brauen.

1738
Der „Alte Dessauer“ liefert erstmal Gose von Glauzig nach Leipzig-Eutritzsch. In Eutritzsch entsteht die erste Gosenschänke bei Leipzig.

1824
Im Rittergut Döllnitz des Kaufmanns Johann Gottlieb Goedecke beginnt Braumeister Johann Philipp Ledermann mit der Herstellung der Gose. Die einzigartige „Döllnitzer Rittergutsgose“ ist geboren!

1899
Die Wirtsfamilie CAJERI müssen ihre „Döllnitzer Gosenstube“ im Zentrum Leipzigs aufgeben. Sie gründen in Leipzig-Gohlis die Gosenschenke „Ohne Bedenken“, welche als einzige Original-Gosenschenke noch heute existiert.

1930
Der Goseabsatz stagniert und ist rückläufig. Ein Grund ist das „neue“ Bier, das Pils, welches über Radeberg/Dresden auf den deutschen Markt drängt.

1943
Bei den schweren Bombenangriffen am 3. und 4. 12. werden zahlreiche Gosenschenken fast vollständig zerstört: so auch ein Großteil der „Gosenschenke Ohne Bedenken“

1945
Das Rittergut Döllnitz wird enteignet. Die Brauerei wird demontiert. Bis 1949 gibt es in Leipzig keine Gose. Weizen wird auch dringend als Brotgetreide gebraucht.

1949
Der Leipziger Braumeister Friedrich Wurzler stellt in einer kleinen Brauerei wieder die Gose her. Er
beliefert u. a. das legendäre Hotel Fröhlich. Die Firma Wurzler schließt die Brauerei 1966. Erneut eine für Leipzig goselose Zeit beginnt.

1958
Außer „Hotel Fröhlich“ müssen alle Gosenschenken schließen, so auch die berühmte Gosenschenke „Ohne Bedenken“.

1986
Lothar Goldhahn läßt auf Grundlage eines „Werkstandard zur Herstellung der Gose“ (alte Rezeptur) in der Weißbierbrauerei des VEB Getränkekombinat Berlin (Schultheißbrauerei) wieder Gose für Leipzig brauen.

1986
Am 14. Mai wird die Gosenschenke „Ohne Bedenken“ nach wunderbarer Rekonstruktion wieder eröffnet. Ein Jahr später wird der historische Biergarten wieder eingeweiht.

1990
Dr. Hartmut Hennebach (bisher Geschäftsführer) wird Pächter und später Besitzer der noch einzigen Gosenschenke. Lothar Goldhahn übernimmt die Löwenbrauerei Dahlen und braut dort ab 1991 Gose für Leipzig (Braumeister Böttcher).

1995
Die Löwenbrauerei Dahlen schließt ihre Pforten. Das Brauen der Gose übernimmt ab 1996 Herr Thomas Schneider als Inhaber der Weißbierbrauerei in Weißenburg bei Nürnberg. Als Braumeister kann Herr Böttcher aus der Brauerei Dahlen gewonnen werden.

1999
Die Döllnitzer Gosebrauerei W. Goedecke & Co. wird wieder gegründet (Goedecke & Jähnichen); heutige Brausstätte ist die Familienbrauerei Bauer in Leipzig, Täubchenweg.

2000
Herr Thomas Schneider verlegt seine Goseproduktion von Weißenburg nach Leipzig. Am Bayrischen Bahnhof errichten die Deutsche Bahn-AG und T. Schneider die Gosebrauerei „Bayrischer Bahnhof“. In Leipzig angeboten werden ab jetzt: Die Gose vom Bayrischen Bahnhof als „Leipziger Gose“ und die „Döllnitzer Rittergutsgose“.

Goseanna!
(Prosit)